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Atem und Stimme
Eine übungspädagogische Atem- und Stimmtherapie kann immer dann angezeigt sein, wenn eine nachhaltige oder immer wiederkehrende Störung der Sprech- oder Singstimme vorliegt. Erste Anzeichen wie Halsschmerzen, Heiserkeit oder ein Kloßgefühl sollten ernst genommen und sofort ärztlich abgeklärt werden.
Stimmstörungen können in jedem Alter auftreten und mannigfaltige Ursachen haben. Grob gesprochen unterscheidet man organische und funktionelle Stimmstörungen. Organische Stimmstörungen sind durch krankhafte Organveränderungen gekennzeichnet. Auch die gestörte neuronale Versorgung des Stimmorgans (etwa als Folge eines operativen Eingriffs) oder die Deregulierung der Stimmgebung infolge einer Hirnläsion (etwa durch einen Schlaganfall oder durch eine Kopfverletzung) gehören zu den organisch bedingten Stimmstörungen. Häufig treten solche Stimmstörungen plötzlich und direkt nach der Erkrankung, dem Unfall oder der Operation auf, manchmal aber auch verzögert und schleichend. Funktionelle Stimmstörungen liegen vor, wenn die Stimme durch permanente oder immer wiederkehrende Heiserkeit beeinträchtigt ist, ohne dass eine organische Erkrankung zugrunde liegt. So kann beruflicher oder privater Stress auf die Stimme schlagen, und das nicht nur bei Berufssprechern oder -sängern. Ungesunde Atemgewohnheiten (wie Mundatmung) oder Lebensgewohnheiten (wie Rauchen) begünstigen das Entstehen von Stimmstörungen ebenfalls. Auch regelmäßig hohe Belastungen der Stimme können problematisch sein, wenn der stimmliche Dauereinsatz über die (ungeschulten) Stimmkräfte hinausgeht. Nicht selten gehen Stimmstörungen auch mit asthmatischen und allergischen Beschwerden einher. Menschen mit sensiblem Bronchial- und Atemsystem sind oft häufiger von länger anhaltender Heiserkeit betroffen. Die Infektanfälligkeit der Respirationsorgane und ein ungünstiges Atemmuster greifen die Stimme an. Auch wenn zunächst keine organisch manifester Befund an der Stimme vorliegt, können im weiteren Verlauf der Erkrankung organische Folgeschäden entstehen. Zum Beispiel inform von sogenannten weichen oder harten "Knötchen". Harte Knötchen müssen in der Regel durch eine Operation entfernt werden. Eine übungspädagogische Stimmtherapie nach der Methode Schlaffhorst-Andersen hilft, schädliche Funktionsmuster wie habituelle Atemfehlformen oder falsche Stimmkompensation abzubauen, ein förderlicher Umgang mit der Stimme wird eingeübt. Eine Stimmtherapie, bei der Atem- und Stimmübungen von einer erfahrenen, spezialisierten Fachkraft eingesetzt werden, wirkt entlastend und lösend, unterstützt den (postoperativen) Heilungsprozess aktiv und hat weder Nebenwirkungen noch Spätfolgen. |
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